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eSprachschule

Ratgeber für Eltern

Sprachförderung zu Hause: Alltagsideen für Grundschulkinder

Sprache wächst im Gespräch – am Frühstückstisch, im Auto, beim Kochen. Die zehn Ideen in diesem Ratgeber brauchen kein besonderes Material und etwa fünf Minuten. Sie passen zu Kindern im Grundschulalter und lassen sich nebenbei in den Familienalltag einbauen.

Veröffentlicht am

Ein Junge erzählt lebhaft und gestikuliert, sein Vater hält eine Bildkarte mit einem Haus und hört zu.

Alltagsideen

10 Ideen für die Sprachförderung zu Hause

Jede Idee dauert etwa fünf Minuten. Zusammen üben sie, was Kinder in der Grundschule brauchen: den Wortschatz erweitern, zusammenhängend erzählen, genau zuhören und verständlich sprechen.
  1. 1

    Pim spielen

    In der Küche

    Ihr Kind bestellt drei Dinge aus der Küche – immer mit Zweck: „Ich brauche den Schneebesen, damit die Sahne fest wird.“ Sie spielen Roboter Pim, der nur bringt, was er genau hört. Bei „das Ding da“ bringen Sie mit einem Augenzwinkern etwas Falsches.

    Schwerer: Ihr Kind nennt nur den Zweck, nicht das Wort.

    • Wortschatz
    • Verständlich sprechen
  2. 2

    Küchenzauber

    Beim Kochen

    Sie geben vier kleine Aufträge, etwa: „Hol zwei Tomaten und leg sie neben das große Brett.“ Bei jedem zweiten Auftrag fehlt absichtlich eine Angabe. Ihr Kind merkt es und fragt nach: „Welches Brett?“

    Leichter: ein Auftrag pro Runde. Schwerer: zwei Schritte in einem Satz.

    • Zuhören
  3. 3

    Zuerst – Dann – Plötzlich – Am Ende

    Am Nachmittag

    Ihr Kind malt seinen Nachmittag in vier Kästchen und erzählt ihn dann, ohne Ihnen die Bilder zu zeigen. Erst am Schluss decken Sie gemeinsam auf: Passt Ihre Vorstellung zu den Bildern?

    Schwerer: Das letzte Kästchen bleibt leer, Ihr Kind erfindet ein Ende.

    • Erzählen
  4. 4

    Forscherzettel

    Beim Spaziergang

    Ihr Kind sammelt drei Fundstücke, etwa ein Blatt, einen Stein und eine Feder. Zu Hause beschreibt es jedes so genau wie ein Forscher: Farbe, Form, Größe, Fundort. Sie schreiben mit, Ihr Kind malt dazu.

    Schwerer: zwei Fundstücke vergleichen – was ist gleich, was ist anders?

    • Wortschatz
    • Verständlich sprechen
  5. 5

    Quatschtier

    Am Küchentisch

    Ihr Kind malt verdeckt ein Fantasietier, zum Beispiel eine Kuh mit Flügeln auf dem Rücken. Dann beschreibt es das Tier, und Sie malen nach. Zum Schluss vergleichen Sie: Wo sind die Flügel gelandet?

    Hilfreich: Wörter wie oben, unten, neben und gestreift vorher sammeln.

    • Verständlich sprechen
    • Wortschatz
  6. 6

    Wortbrücke im Auto

    Unterwegs

    Bauen Sie eine Brücke vom Schneemann zum Freibad, Wort für Wort: Schneemann – Winter – Jahreszeit – Sommer – Freibad. Jedes neue Wort braucht einen kurzen Grund: „Der Sommer ist auch eine Jahreszeit.“

    Eher für ältere Grundschulkinder. Jüngere starten mit kurzen Brücken.

    • Wortschatz
    • Verständlich sprechen
  7. 7

    Wie geht das?

    Beim Frühstück

    Ihr Kind erklärt Schritt für Schritt, wie man ein Brot schmiert. Sie machen nur genau das, was gesagt wird. Fehlt ein Schritt, merken es beide sofort – und haben meistens etwas zu lachen.

    Gute Wörter dafür: zuerst, danach, zum Schluss.

    • Erzählen
    • Verständlich sprechen
  8. 8

    Rätselwort

    Beim Warten

    Ihr Kind denkt sich etwas aus und beschreibt es, ohne es zu nennen: Was ist es? Wie sieht es aus? Wofür braucht man es? Sie raten, dann wird getauscht.

    Ein Oberbegriff hilft beim Start: „Es ist ein Werkzeug …“

    • Wortschatz
  9. 9

    Abendfrage

    Beim Abendessen

    Statt „Wie war die Schule?“ fragen Sie konkreter: „Worüber hast du heute gelacht?“ oder „Was war in der Pause los?“ Erzählen Sie auch selbst etwas von Ihrem Tag. So wird daraus ein Gespräch, kein Verhör.

    Jeder darf einmal nachfragen, bevor der Nächste erzählt.

    • Erzählen
    • Zuhören
  10. 10

    Wie geht es weiter?

    Beim Vorlesen

    Halten Sie an einer spannenden Stelle an. Ihr Kind überlegt, wie es weitergehen könnte, und begründet es: „Ich glaube, der Fuchs versteckt sich, weil …“ Dann lesen Sie weiter und vergleichen.

    Schwerer: Ihr Kind fasst vorher in zwei Sätzen zusammen, was passiert ist.

    • Zuhören
    • Erzählen

Tipps für Eltern

So begleiten Sie Ihr Kind beim Sprechen

Wie Sie zuhören und antworten, zählt mehr als die Übung selbst.
  • Ausreden lassenWarten Sie, bis Ihr Kind fertig ist, auch wenn es länger dauert. Ergänzen Sie den Satz nicht vorschnell.
  • Offene Fragen stellen„Wie“, „Warum“ oder „Was passiert dann?“ laden zum Erzählen ein. Ja-Nein-Fragen beenden ein Gespräch oft schnell.
  • Nicht jeden Fehler korrigierenWiederholen Sie den Satz nebenbei richtig: „Ich bin gegangt.“ – „Ah, du bist gegangen. Wohin denn?“ So bleibt das Gespräch beim Inhalt.
  • Selbst erzählenErzählen Sie von Ihrem Tag, beschreiben Sie, was Sie gerade tun, und benutzen Sie ruhig auch neue Wörter.
  • Kurz und regelmäßigFünf Minuten an mehreren Tagen passen besser in den Alltag als eine lange Stunde am Wochenende.
  • Interesse statt AbfragenFreuen Sie sich über eine gute Idee, nicht über den perfekten Satz. Ihr Kind soll merken: Erzählen lohnt sich.

Fachlich abklären

Wann zur Kinderarztpraxis oder Logopädie?

Alltagsübungen sind Sprachförderung. Sie ersetzen keine Untersuchung. Sprechen Sie mit Ihrer Kinderarztpraxis, wenn Ihnen etwas Sorgen macht.

Diese Liste ist keine Checkliste zur Selbstdiagnose. Sie zeigt nur, wann sich ein Gespräch mit Fachleuten lohnt. Die Kinderarztpraxis klärt, ob eine weitere Untersuchung oder eine logopädische Therapie sinnvoll ist.

Fragen Sie in der Kinderarztpraxis nach, wenn zum Beispiel …

  • Ihr Kind auch für vertraute Menschen oft schwer zu verstehen ist.
  • es beim Sprechen häufig stockt, Laute oder Silben wiederholt oder sich sichtbar anstrengt.
  • es einfache Aufträge oft nicht versteht, obwohl es aufmerksam ist, oder Sie den Eindruck haben, dass es schlecht hört.
  • es deutlich weniger spricht oder versteht als andere Kinder in seinem Alter.
  • es Fähigkeiten verliert, die es schon hatte.
  • die Lehrkraft Sie auf die Sprache Ihres Kindes anspricht.
  • Ihr Kind unter seinem Sprechen leidet oder nicht mehr sprechen möchte.

Sprachförderung ist keine Therapie

Das gilt für diese Ideen wie für unser Angebot. Ist Ihr Kind schon in logopädischer Behandlung, sprechen Sie Übungen zu Hause am besten mit der Praxis ab. Den Unterschied erklären wir im Ratgeber Sprachförderung oder Logopädie?
Ein Mädchen zeigt lachend auf ein Tablet am Küchentisch, die Mutter sitzt daneben und lächelt.

Unser Angebot

Wenn Sie sich Begleitung wünschen

Manche Familien möchten gezielter an einem Ziel arbeiten. Dafür gibt es unsere Online-Sprachförderung: Ihr Kind übt in Terminen à 30 Minuten mit einer festen, staatlich anerkannten Logopädin oder einem festen Logopäden. Nach jedem Termin bekommen Sie eine Übung wie die Ideen oben – passend zum Ziel Ihres Kindes.

Fragen

Häufige Fragen zur Sprachförderung zu Hause

Wie oft sollten wir zu Hause üben?
Lieber kurz und regelmäßig als selten und lang. Fünf Minuten an mehreren Tagen der Woche passen in die meisten Familien. Hören Sie auf, solange es noch Spaß macht.
Soll ich Fehler meines Kindes korrigieren?
Nicht jeden. Wiederholen Sie den Satz lieber nebenbei richtig und gehen Sie auf den Inhalt ein. So hört Ihr Kind die richtige Form, ohne dass das Gespräch abbricht.
Für welches Alter passen die Ideen?
Für Kinder im Grundschulalter von etwa 6 bis 10 Jahren. Mit jüngeren Kindern wählen Sie die leichteren Varianten, ältere Kinder dürfen mehr begründen und vergleichen.
Ersetzen Übungen zu Hause eine Logopädie?
Nein. Alltagsübungen sind Sprachförderung, keine Therapie. Wenn Sie eine Sprach- oder Sprechstörung vermuten, sprechen Sie bitte mit Ihrer Kinderarztpraxis. Dort wird geklärt, ob eine weitere Abklärung sinnvoll ist.
Wie unterstützt die eSprachschule?
Ihr Kind übt online in Terminen à 30 Minuten mit einer staatlich anerkannten Logopädin oder einem staatlich anerkannten Logopäden. Nach jedem Termin bekommen Sie eine Rückmeldung und eine Übung von etwa fünf Minuten für zu Hause. Sprachförderung ist keine Therapie und keine Kassenleistung.

Orientierungsgespräch

Sie möchten mehr wissen?

Im kostenlosen Orientierungsgespräch klären wir, ob unsere Sprachförderung für Kinder zu Ihrem Kind passt, und testen kurz die Technik.

  • In Kürze können Sie hier ein kostenloses Gespräch anfragen.
  • Keine Diagnose, keine Verpflichtung.

Anfragen sind bald möglich

Das Formular für das kostenlose Orientierungsgespräch schalten wir in Kürze frei. Bis dahin nehmen wir noch keine Anfragen an.